Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich in einem Weblog Bilder von der Internationalen Möbelmesse in Köln gesehen und war begeistert. Aus diesem Grund hatte ich mir für dieses Jahr vorgenommen selber mal mit einer Kamera bewaffnet den Weg nach Köln anzutreten. Die Bilder waren auch der ursprüngliche Grund mir endlich mal eine Digitalkamera zuzulegen. Auf der photokina hatte ich mir dann eine ausgesucht und diese zu Weihnachten schenken lassen.
Voller Vorfreude auf den ersten Praxistest meiner Kamera zog ich also am Samstag morgen in aller Frühe mit Bastian los. Den Akku vorher natürlich noch mal voll aufgeladen, die Speicherkarte geleert und sogar die komplette Bedienungsanleitung noch mal überflogen, damit die Einstellungen ja richtig getroffen werden für gute Bilder. Nachdem wir unsere Eintrittskarten gekauft hatten (Bastian bekam übrigens ausnahmsweise mal keinen Rabatt als geknechteter Wehrdienstleistender) machten wir uns also auf den Weg in die Hallen. Gerade hatten wir unsere Karten abknipsen lassen, da erblickten wir ein Schild an der Hallendecke, das uns im Laufe des Tages noch öfters über den Weg laufen sollte.
Damit hatten wir echt nicht gerechnet und dementsprechend enttäuscht waren wir dann erstmal. Weil wir natürlich brave Bürger sind, die sich an Regeln und Gesetze halten blieben die verbotenen Gegenstände also in der Tasche. Halle 1.1 und 2.1 (die meiner Meinung nach die interessantesten der Messe waren, da dort vor allem Studentenarbeiten zu sehen waren) durchstreiften wir also ohne von den Designobjekten Fotos machen zu können. Recht bald vielen uns jedoch immer wieder Leute auf, die sich dem Verbot anscheinend widersetzen mussten und fleissig ihre Knipsgeräte auf diverse Möbelstücke losliessen, allen voran natürlich unsere lieben Besucher aus dem fernen Osten.
Merkwürdigerweise wurden sie dabei von keinem der Standbesitzer angesprochen. Was uns ausserdem wundern liess waren weitere der Verbotsschilder an einzelnen Ständen. Wir gingen also zur Information um zu klären, ob das Verbot sich nur auf die Stände beschränkte, die mit einem derartigen Schild versehen sind, schliesslich sind wir eigentlich nur wegen der Bilder zur Messe gegangen. Die freundliche Hostess teilte uns dann aber leider mit, dass ein grundsätzliches Foto- und Filmverbot auf der gesamten Messe besteht, wir jedoch gerne Bilder in der Eingangshalle machen können.
Wir zogen also weiter und unsere Kameras blieben weiterhin gut verstaut in unseren Taschen. Gerne würde ich an dieser Stelle den Bericht mit einigen Bildern aufbereiten doch leider kann ich aus den genannten Gegebenheiten nur davon berichten. Halle 3.1, 3.2, 2.2 und 1.2 waren sehr interessant. Es gab ne Menge schöner Möbel zu sehen. Die Kontraste zwischen den verwendeten Stoffe fielen dabei stark ins Auge. Die einen Stände konzentrierten sich auf Naturprodukte, die anderen verwendeten lieber Glas und Kunstoff und spielten lieber mit grellen Farben. Auch Mischungen von beidem waren vertreten. Unsere Odyssee ging weiter in den Hallen 5 – 10. Diese Hallen waren jedoch weniger interessant für uns, da wir nicht so auf den ländlichen Stil (Halle 5 und 6) stehen und wir auch Polstermöbel (Halle 8, 9 und 10) irgendwann nicht mehr sehen wollten. Halle 7 war ganz in thailändischer und koreanischer Hand. Leider gab es dort nur selten wirklich traditionelle Einrichtungen zu sehen.
Nachdem wir uns also an Polstermöbeln satt gesehen hatten wollte ich gerne mal in die Küchenabteilung (Halle 14.1). Doch schnell viel uns auf, dass wir hier am falschen Platz waren. Es war zu voll, wir durften eh keine Bilder machen und ausserdem haben wir dafür sowieso erstmal keine Verwendung. Nach langem Suchen erblicken wir dann auch endlich die vermutete Massagesesselecke. Eine viertel Stunde verbrachten wir dann in den neusten Modellen und liessen uns kräftig durchkneten. Ganz vom Thema Küche wollten wir uns dann doch nicht trennen. So gingen wir Bastians grossem Wunsch nach (den er seit dem er am Eingang das erste Plakat gesehen hatte) die Liveshow “Deutschlands Kreativster Hobbykoch” mit dem beklopptesten Fernsehkoch Ralf Zacherl zu besuchen. Da hier sowieso gefilmt wurde und überall um uns herum Leute Bilder machten entschlossen wir uns also doch unsere Kameras auszupacken.
Die Show war natürlich total langweilig, was auch Bastian nach 5 Minuten einsah. Also gingen wir weiter. Der Rest der Halle 13.1 war wohl der langweiligste Teil der ganzen Messe. Wir machten uns deshalb schleunigst auf den Weg ein Stockwerk höher. Auch hier gab es wieder nur Polstermöbel, doch diesmal hatte ich meine Kamera in der Hand. Gleich am ersten Stand trafen wir natürlich wieder einen Besucher der ganz ungeniert seine Speicherkarte voll knipste. Da hier auch ein kein Verbotsschild angebracht war, fasste ich meinen ganzen Mut zusammen und fing auch an. Bastian zückte darauf hin auch seine Kamera und tat es mir nach. Zunächst noch zögernd, später dann aber ohne grosse Bedenken machten auch wir schliesslich das, weshalb wir hier waren. Dort, wo wir keine Verbotsschilder erblicken könnten und es schöne Motive gab, machten wir unsere Bilder. Dabei bemerkten wir zwar dann öfters doch Schilder an Ständen wo wir zuvor geknipst hatten, doch wurden von keinem angesprochen. Die Leute machten sogar meistens extra Platz oder blieben stehen. Somit hier mal ein paar der schönsten Bilder, die ich in Halle 4 und 11 – 13 machen konnte.





Ein Bild blieb mir dann jedoch doch verwehrt. Es war glaub ich in Halle 12 an einem skandinavischen Stand, der sehr schön hergerichtet war. Er war treppenförmig aufgebaut und hatte hatte eine schöne Farbmischung. Ich hatte mir gerade richtig platziert und freie Sicht, da kommt der Standinhaber auf mich zu und sagt mir dass es verboten sei zu fotografieren und fragt mich ob ich Bilder gemacht hätte. Ich verneinte (habe leider wirklich kein Bild gemacht) und meinte, dass ich dachte es sei nur da verboten wo keine Schilder wären. Er korrigierte mich, dass es auf der ganzen Messe verboten sei. Ich erwiderte dass ich es nicht wusste und ging weiter. Natürlich machte ich mir daraus nichts und knipste fröhlich weiter. Dies war wirklich das einzige mal, dass wir deshalb angesprochen worden. Da wir an dem Stand später erneut vorbei kamen konnte ich es natürlich nicht lassen doch ein flüchtiges Bild zu machen. (Das Geländer der Rolltreppe verdeckte leider das meiste.)
Eigentlich wäre dieser Bericht nun zu Ende, doch will ich auf ein Bild noch kurz eingehen. Es ist nicht wirklich schön (es war das vorletzte was ich gemacht habe [das letzte war das Bild vom Verbotsschild, was ich unbedingt noch machen musste]), aber zeigt eins der Kunstwerke “ideal house cologne” von dem Design Guru Colani in einem n-tv Bericht, den ich gestern Abend zufällig gesehen habe, sagte wie hässlich er es finde (leider ist mir der original Wortlaut entfallen).
Abschliessend kann man sagen, dass die Messe durchaus sehenswert war. Persönlich hat mich zwar nur die Hälfte interessiert und nur ein Bruchteil begeistern können, doch waren schon sehr schöne Designideen zu sehen. Gestört hat natürlich das Film- und Fotoverbot. Zu voll war es zum Glück nur teilweise in bestimmten Hallen. Die Hauptsache ist, meine Kamera hat sich bewehrt und bin somit bestens für New York und andere Gelegenheiten gerüstet. Da ich unbedingt mal die Internationale Möbelmesse besuchen wollte, hat sich der Besuch schon gelohnt, doch denke ich nicht, dass ich nun jedes Jahr hingehen werde. In diesem Sinne … I don’t think we’ll see you next year.
